Lesebereich der Bibliothek mit Frau am Tisch

Bibliothek

Video: Die Fachbibliothek mit historischen Beständen

Die Bibliothek des Bundesverwaltungsgerichts gehört zu den größeren juristischen Fachbibliotheken in Deutschland. Sie ist in erster Linie eine Serviceeinrichtung für die Angehörigen des Gerichts. Sie sorgt dafür, dass ihnen die Fachliteratur zur Verfügung steht, die sie für die tägliche Arbeit benötigen. Zu den Aufgaben der Bibliothek zählen aber auch die Pflege und der Erhalt der zahlreichen wertvollen historischen Bücher, Handschriften und weiteren Werke von geschichtlichem Interesse im Bundesverwaltungsgericht. Im Rahmen der Amtshilfe unterstützt die Bibliothek darüber hinaus andere Gerichte sowie Behörden. Externen Nutzern steht sie nach Vereinbarung zur Verfügung.

Benutzungsordnung

  • Mit über 240.000 Bänden zum Verfassungs- und Verwaltungsrecht und zum Recht der Europäischen Union dient die Bibliothek der aktuellen Rechtsprechung und bewahrt historische juristische Werke.

    Das Bundesverwaltungsgericht – Die Fachbibliothek mit historischen Beständen

    Im nicht-öffentlichen Bereich des Gerichts befindet sich die juristische Bibliothek. Nach Voranmeldung können auch andere interessierte Personen die Bestände nutzen.
    Im Lesesaal stehen Fachzeitschriften sowie aktuelle juristische Literatur bereit. Die weiteren Bestände der Bibliothek befinden sich in Magazinräumen. Darunter sind viele Loseblattwerke, die seitenweise aktualisiert werden können.
    Jede Richterin und jeder Richter verfügt über eine eigene Handbibliothek. Diese wird stets auf dem neuesten Stand gehalten. Sie ist mit Standardwerken des Verwaltungsrechts und Literatur zu speziellen Rechtsgebieten ausgestattet. Darüber hinaus unterstützen juristische Fachdatenbanken sowie der Online-Katalog der Bibliothek die Rechtsfindung.
    Um Entscheidungen vorzubereiten und die Gesetzesentwicklung zu erforschen, werden gelegentlich historische juristische Werke aus dem umfangreichen Altbestand herangezogen. Zu diesem Altbestand gehören die ehemaligen Bibliotheken des Preußischen Oberverwaltungsgerichts und des Reichsgerichts, die unter anderem umfassendes Material zum Beamtenrecht bieten.
    Die Bibliothek des Reichsgerichts war zum Ende des zweiten Weltkriegs mit rund 300.000 Bänden eine der bedeutendsten juristischen Bibliotheken Europas. 1950 überführte man die Bibliothek zum Obersten Gericht der DDR in Ost-Berlin. Aus Platzmangel wurden erhebliche Teile des wertvollen Bestands ausgelagert, an andere Stellen abgegeben oder veräußert.
    Mit der Wiedervereinigung erhielt der Bundesgerichtshof den verbliebenen Bestand. Als das Bundesverwaltungsgericht im Jahr 2002 in das ehemalige Gebäude des Reichsgerichts einzog, kehrte ein Teil der Reichsgerichtsbibliothek nach Leipzig zurück, darunter alle Schriften, die vor 1800 entstanden sind.
    Der älteste Band datiert aus dem 13. Jahrhundert. 450 Handschriften und 281 Inkunabeln, Wiegendrucke aus der Anfangszeit des Buchdrucks, sind weitere kostbare Besonderheiten. Seltene Werke lässt die Bibliothek in Fachbetrieben restaurieren.
    Einzelne, teilweise nur als Unikat vorliegende, Werke wurden und werden in der Universitätsbibliothek in Leipzig digitalisiert.
    So sichert die Bibliothek die historischen Bestände und unterstützt mit ihren vielfältigen Dienstleistungen die Arbeit des Gerichts.

Bestand

Der Bibliotheksbestand des Bundesverwaltungsgerichts umfasst einschließlich der historischen Bestände 240.000 Bände. Er wächst jährlich um 1.800 bis 2.000 Bände. An laufenden Periodika werden 365 Zeitschriften, 68 Amtsdruckschriften und 174 Entscheidungssammlungen bezogen. Den Grundstock für die 1953 gegründete Bibliothek bildete der Bestand des ehemaligen Preußischen Oberverwaltungsgerichts und des Oberlandeskulturgerichts. Nach der Wiedervereinigung kamen weitere Bestände - insbesondere Teile der Reichsgerichtsbibliothek - hinzu: Rechtshistorische Bestände

Personal

In der Bibliothek sind zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt: Neben den drei Leitungsfunktionen sind es vier Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste sowie drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Scann- und Magazindienste sowie die Aktualisierung von Loseblattwerken. Die Bibliothek bildet zudem laufend drei Auszubildende aus.

Sammelgebiet und Etat

Schwerpunktmäßig sammelt die Bibliothek deutsche Literatur zum Verwaltungs-, Verfassungs- und Staatsrecht sowie zum Recht der Europäischen Union. Für die Literatur- und Informationsbeschaffung stehen jährlich rund 360.000 € zur Verfügung. Davon fließen etwa 150.000 € in die Aktualisierung von Loseblattwerken, 100.000 € in Fachdatenbanken und 110.000 € in Monografien und Periodika. Hinzu kommen Sondermittel für Reparaturen des Altbestands und die Restaurierung einzelner Werke aus der Reichsgerichtsbibliothek.

Online-Katalog

Die Bestände der Bibliothek des Bundesverwaltungsgerichts sind einschließlich des Großteils ihrer historischen Teile - bis auf die Literatur des 16. und 17. Jahrhunderts - im Online-Katalog des Gerichts nachgewiesen. Sie können darüber hinaus über den Online-Katalog des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB) recherchiert werden.