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Pressemitteilungen

Nr. 54/2017
17.08.2017

Masterabschluss in Psychologie eröffnet Zugang zur Psychotherapeutenausbildung

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Termine

BVerwG 3 C 12.16 (VGH Kassel 7 A 983/15; VG Kassel 3 K 1496/14.KS)
17.08.2017
11:30 Uhr

U.-M. - RA Plagemann, Frankfurt am Main - ./. Land Hessen

Die Beteiligten streiten über die Voraussetzungen für den Zugang zur Ausbildung als Psychologische Psychotherapeutin nach dem Psychotherapeutengesetz (PsychThG). Die Klägerin schloss 1996 ein Fachhochschulstudium zur Diplom-Sozialpädagogin ab und arbeitete in der Folgezeit in einer psychosozialen Beratungsstelle. Zum Wintersemester 2009/2010 nahm sie berufsbegleitend ein Masterstudium Psychologie an einer staatlich anerkannten Hochschule in Berlin auf, das sie im September 2013 erfolgreich mit dem akademischen Grad „Master of Arts“ abschloss. Im Oktober 2013 schloss sie mit einem staatlich anerkannten Ausbildungsinstitut in Hessen einen Vertrag über die Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin ab. Die Zulassung durch das Ausbildungsinstitut war mit der Aufforderung verbunden, nachzuweisen, dass sie mit ihrer Vorausbildung die Zugangsvoraussetzungen nach § 5 Abs. 2 PsychThG erfülle. Die Klägerin beantragte daraufhin beim Beklagten eine entsprechende Prüfung. Mit Bescheid vom 4. März 2014 lehnte das Hessische Landesprüfungs- und Gesundheitsamt im Gesundheitswesen den Antrag auf Zugang zur Ausbildung als Psychologische Psychotherapeutin ab, weil die Klägerin nicht über den erforderlichen konsekutiven Universitätsabschluss im Studiengang Psychologie verfüge; ihr fehle ein Bachelorabschluss in Psychologie. Die nach erfolglosem Widerspruchsverfahren erhobene Klage ist in den Vorinstanzen ohne Erfolg geblieben. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof hat in seinem Urteil ausgeführt, dass mit der in § 5 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 Buchst. a PsychThG verlangten „Abschlussprüfung im Studiengang Psychologie“ ursprünglich (vor Umsetzung des sog. Bologna-Prozesses) ein abgeschlossenes universitäres Diplomstudium im Studiengang Psychologie gemeint gewesen sei. Der Gesetzgeber habe mit diesem Erfordernis eine hohe Qualifikation der Berufsangehörigen und ein einheitliches Ausbildungsniveau sicherstellen wollen. Diesem Ziel entspreche es, im Rahmen der heutigen Bachelor- und Masterstudiengänge nur ein an einer Universität oder gleichstehenden Hochschule absolviertes konsekutives Bachelor- und Masterstudium im Studiengang Psychologie als Zugangsvoraussetzung genügen zu lassen. Über den danach erforderlichen universitären Bachelorabschluss in Psychologie verfüge die Klägerin nicht. Ihre Zulassung zum Masterstudium ersetze das Bachelorstudium nicht, denn sie beinhalte keine Feststellung darüber, dass die bisherigen Studienleistungen äquivalent zu einem Bachelorstudium der Psychologie seien. Die Beschränkung der Zulassung zur Ausbildung als Psychologischer Psychotherapeut auf Absolventen eines Diplomstudiums oder eines konsekutiven Bachelor- und Masterstudiums in Psychologie verletze auch weder das Grundrecht der Berufsfreiheit nach Art. 12 Abs. 1 GG noch den allgemeinen Gleichheitssatz nach Art. 3 Abs. 1 GG.

Mit der vom Verwaltungsgerichtshof wegen grundsätzlicher Bedeutung zugelassenen Revision verfolgt die Klägerin ihr Begehren weiter.

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